Bertha und Maxl im Schulmuseum

Bertha und Maxl sind ein wenig traurig. Die Ferien sind bald zu Ende. Sie haben diesen Urlaub in ihrer Heimatstadt verbracht und viel über Sulzbach-Rosenberg gelernt. Sie haben Orte gesehen und Geschichten erfahren, die sie vorher nicht kannten. In der Schule werden sie ihre Freunde wiedersehen und ihnen von ihren Abenteuern erzählen. Aber dass sie wieder früh aufstehen müssen und den ganzen Tag auf der Schulbank sitzen werden, verdirbt Bertha und Maxl die Laune. „Na na“, sagt Opa „Ihr könnt froh sein, dass ihr nicht zu meiner Zeit in die Schule gegangen seid. Wir sind nicht bequem mit dem Bus zur Schule gefahren worden, sondern mussten bei jedem Wetter laufen. Wenn man weiter weg wohnte, war man eben länger unterwegs. Egal ob es schneite oder regnete. Die Bänke, auf denen wir saßen, waren nicht gerade komfortabel. Und wer Ärger machte, bekam strenge Strafen. Aber ihr könnt euch das besser vorstellen, wenn wir uns das mal ansehen.“ Bertha und Maxl sind die spontanen Ausflüge ihres Opa mittlerweile gewohnt und brauchen deshalb nicht lange, bis sie fertig angezogen sind.

Sie spazieren durch Rosenberg und stehen nach kurzer Zeit vor einem großen Gebäude. „Hier bin ich früher zur Schule gegangen“, sagt Opa „mittlerweile ist es das Schulmuseum. Hier erfährt man, wie Schule früher war. Drei Räume wurden sogar wie damalige Klassenzimmer eingerichtet. Wenn wir reingehen, werdet ihr sehen, wie stark sich die Klassenräume verändert haben.“ Bertha und Maxl sind gespannt. Sie betreten das Museum und gehen in den ersten Raum. Große Tafeln stehen im Raum. Die Schrift darauf können Bertha und Maxl nur schwer lesen. Sie lümmeln sich auf die Bänke, die sie sehr unbequem finden und schwätzen miteinander. Opa lacht: „Ihr hättet früher Ärger bekommen. Die Kinder mussten in der Schule ganz aufrecht sitzen und ganz artig sein. Aber den meisten ist das gar nicht so schwergefallen. Sie waren nämlich viel zu müde, um Blödsinn zu machen. In den Dorfschulzimmern stand ein Kachelofen. Geheizt wurde mit Holz, das die Schüler oft selbst mitbringen mussten. Und wie ich euch vorhin schon erzählt habe, mussten die Kinder einen langen Schulweg auf sich nehmen. Im Winter liefen sie schon bei Dunkelheit los und kamen dann teilweise erst nach zwei Stunden müde, durchnässt und frierend in der Schule an. Ihr könnt euch vorstellen, wie erschöpft da manche waren. Wer trotzdem Blödsinn machte, der wurde hart bestraft. Man musste zum Beispiel einige Zeit auf einem spitzen Holzscheitel knien. Ich bin sehr froh, dass das mittlerweile anders ist. Es gab auch keine einzelnen Klassen. Sieben Jahrgangsstufen wurden in diesem Klassenzimmer gemeinsam unterrichtet. Für jede Jahrgangsstufe gab es eine Bank. Aber das ist schon lange her. So sah es selbst bei mit nicht mehr aus. Der nächste Raum ist wie mein damaliges Klassenzimmer eingerichtet. Heute kann man Unterrichtsmaterialien ganz leicht bestellen. Aber früher haben die Lehrer ihr Material teilweise selbst hergestellt, so wie diese präparierten Schlangen und Schmetterlinge, die ihr hier in den Gläsern seht.“ Bertha, Maxl und Opa schlendern durch das Museum. Sie erfahren, wie der Sportunterricht früher ablief, welche Schreibgeräte in der Schule benutzt wurden und welche Strafen es für die unartigen Kinder gab. Bertha und Maxl finden die Geschichten unheimlich spannend. Als sie wieder zuhause sind, packen die beiden ihre Schulranzen. „Das waren schöne Ferien“, sagt Maxl „aber ich bin froh, dass wir in unsere Schulen gehen und nicht in die von Opa.“ Bertha lacht. Wenn sie so drüber nachdenkt, geht sie eigentlich ganz gern in die Schule. Und trotzdem freut sie sich schon auf die nächsten Ferien.

Klugscheißerwissen: Früher war die Eselskappe, auch Eselsmütze fester Bestandteil eines Klassenzimmers. Die Eselskappe mussten Schüler tragen, die sich in den Augen des Lehrers als dumm erwiesen haben und aus diesem Grund vor der gesamten Klasse bloßgestellt wurden. Zur Demütigung dienten auch Schilder mit verschiedenen Aufschriften, die die Schüler um den Hals tragen mussten.

Entdeckerlösung von Bertha und Maxl in Peutental:

 

 

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