Ausstellungseröffnung Hans Wuttig: “Judenfriedhöfe entlang der goldenen Straße”

Der Maler Hans Wuttig, Ehrenbürger und Kulturpreisträger der Stadt Sulzbach-Rosenberg hat entlang der Goldenen Straße jüdische Friedhöfe besucht und gemalt. Häufiges Motiv war vor allem der Sulzbacher Judenfriedhof, dessen Veränderung er dokumentiert hat. Nun wurde in der ehemaligen Synagoge eine Ausstellung über diese Gemälde eröffnet.

Erster Bürgermeister Michael Göth erinnerte mit seinen kurzen einleitenden Worte an die am gleichen Tag statt findende Eröffnung der bayerisch-tschechischen Landesausstellung „1316-2016 – Karl IV.“ in Nürnberg, zu deren Begleitprogramm auch die Sulzbach-Rosenberger Ausstellung gehört.

Festrednerin in der Sulzbach-Rosenberger Synagoge war Frau Nathanja Hüttenmeister vom Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg. Ihr Thema lautete: „Stätten des Lebens – Jüdische Friedhöfe in Deutschland“.

Frau Hüttenmeister führte aus, dass bei den Juden die Totenruhe bestehen bleibt, ein jüdisches Grab gilt „für die Ewigkeit“. Jüdische Friedhöfe wurden insbesondere ab dem 17. Jahrhundert vor allem außerhalb von Ortschaften auf Kuppen und landwirtschaftlich schlecht nutzbaren Flächen angelegt. Auf einigen jüdischen Friedhöfen wurden Frauen und Männer bis ca. 1900 getrennt bestattet, die Herkunft nach den jeweiligen Ortschaften war hingegen bei der Vergabe der Ruhestätte auf dem Friedhof egal.

Anschließend erfuhren die Zuhörer interessante Details über die Formen der Grabsteine sowie über die auf den Grabsteinen verwendeten Symbole, wie zum Beispiel die schreibende Hand, der siebenarmige Leuchter, Bücher, Kronen sowie der Davidstern. Solche Symbole waren insbesondere in Osteuropa weit verbreitet, innerhalb Deutschlands findet man Symbole auf Judengräbern hauptsächlich in südlichen Regionen.

Nach dem interessanten und trotz schwieriger Materie äußerst kurzweiligen Fachvortrag oblag es Hans Wuttig, seine Ausstellung mit kurzen Ausführungen zu eröffnen. Seine Bilder, so Wuttig, zeigen Ansichten der Judenfriedhöfe in Prag, Böhmen, Sulzbach, Schnaittach und Nürnberg. Auf der Empore sind ausschließlich Bilder des Judenfriedhofes in Sulzbach ausgestellt.

Die Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt vom Klarinettenensemble der Berufsfachschule für Musik Sulzbach-Rosenberg unter der Leitung von Herrn Johannes Neuner.

Die Ausstellung kann zu den üblichen Besuchszeiten der ehemaligen Synagoge Sulzbach (Mittwoch und Sonntag von 14 bis 17 Uhr) besichtigt werden.

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