Veranstaltungen der Kulturwerkstatt im Juli 2022

Programm Juli 2022

Meister der Farce

Molière

Mit Molière (*15.01.1622, + 17.02.1673), der mit bürgerlichem Namen eigentlich Jean-Baptiste Poquelin hieß, kam das Lachen ins Theater. Der große französische Dramatiker, der vor 400 Jahren als Sohn eines königlichen Kammerdieners das Licht der Welt erblickte, schuf im 17. Jahrhundert mit Werken wie „Tartuffe oder der Betrüger“ (1664), „Der Menschenfeind“ (1666) und „Der eingebildete Kranke“ (1673) die Sitten- und Charakterkomödie. Er brachte in formvollendeter Weise Heuchelei, Herrschsucht und andere nicht gerade feine menschliche Verhaltensweisen auf die Bühne und wertete damit die Gattung der Komödie gegenüber der edlen Tragödie auf.

Molière verfasste nicht nur Stücke, die heute zu den Klassikern des Theaters gehören, als Schauspieler trat er auch selbst in seinen Komödien auf. 1643 gründete er in Paris ein Theater, schloss sich dann einer anderen Schauspieltruppe an und reiste mit dieser durch die französische Provinz. 1658 ließ er sich in Paris nieder, wo er unter dem Schutz seines Gönners König Ludwig XIV. stand.

Zwei Mal mussten die Knorr von Rosenroth-Schlossfestspiele pandemiebegingt verschoben werden.

2022, also exakt am 400. Geburtstag von Molière sollen sie nun im Schlosshof aufgeführt werden mit dem Stück „Der eingebildete Kranke“.

Dafür hat der künstlerische Leiter und Regisseur der Festspiele, Michael Ritz, wieder ein hochkarätiges Ensemble aus Schauspielern und Musikern zusammengestellt.

Jean Baptist Moliere war Zeitgenosse des Namensgebers der Festspiele Christian Knorr von Rosenroth. Beide lebten im Spannungsfeld der glanzvollen Ägide des Sonnenkönigs, Ludwig des IX. auf französischer Seite und dem Habsburger Leopold I., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Der barocke Teil der Festspiele liefert diesmal einen lustvollen Einblick in die dramatische Kunst aus Frankreich.

Bereits im 17. Jahrhundert war der Sulzbacher Hof des Herzogs Christian August ein wissenschaftliches und geistiges Zentrum von überregionaler Bedeutung. Mit dem Dichter, Hofkanzler und späteren Kanzleidirektor Christian Knorr von Rosenroth (1636-1689) wirkte hier ein Universalgelehrter, der engen Kontakt zu Geistesgrößen in ganz Europa pflegte.

Zu den glanzvollen Höhepunkten des höfischen Lebens gehörten auch musisch-theatralische Darbietungen.

In dieser Tradition stehen die heutigen Knorr-von-Rosenroth-Schlossfestspiele, welche mit einem neuen Konzept aufwarten. Im einzigartigen Ambiente des Schlosshofs schlagen wir einen Bogen von der Barockzeit bis heute.

Neben den vier Theateraufführungen (08.07., 09.07., 16.07., 17.07.2022) gibt es zusätzlich ein exklusives Kleinkunstprogramm:

Programmübersicht:

Fr. 08.07.2022 – 20.00 Uhr „Der eingebildete Kranke“ (Premiere)

Sa. 09.07.2022 – 20.00 Uhr „Der eingebildete Kranke“ (Theater)

So.10.07.2022 – 20.00 Uhr Tyrol Music Project

Di 12.07.2022 – 20.00 Uhr Monika Drasch Trio

Mi 13.07.2022 – 20.00 Uhr Leonhardsberger & Schmid

Fr 15.07.2022 – 20.00 Uhr Gismo Graf Trio

Sa. 16.07.2022 – 20.00 Uhr „Der eingebildete Kranke“ (Theater)

So. 17.07.2022 – 17.00 Uhr „Der eingebildete Kranke“ (Theater)

DER EINGEBILDETE KRANKE“

Regisseur Michael Ritz inszeniert dieses Mal das Stück „Der eingebildete Kranke“ von Molière, einem Zeitgenossen von Christian Knorr-von-Rosenroth.

Die Komödie in drei Akten wurde am 10. Februar 1673 uraufgeführt; die Rolle des Titelhelden spielte der Dichter selbst. Doch bei der vierten Vorstellung, am 17. Februar 1673, erlitt er einen Blutsturz; er starb, noch in seinem Kostüm, nur wenige Stunden später.

Inhalt:

Herr Argan bildet sich ein, krank zu sein. Allen verkehrten Anordnungen der quacksalbernden Ärzte unterwirft er sich geduldig und führt sie aufs Genaueste aus. Ohne diese eingebildete Krankheit würde Argan, wenn auch ein beschränkter, doch gutmütiger Hausvater sein. So aber wird er zum Tyrannen seiner Tochter Angelique und zum Werkzeug seiner erbschleichenden zweiten Frau Belinde. Von dem Doktor Purgon und dem Apotheker Fleurant wird er übers Ohr gehauen. Er weiß das und wagt in seiner Einbildung nicht, dagegen aufzutreten. Seine Frau will er prüfen, indem er sich totstellt, doch abergläubisch meint er sofort wieder, dass das Totspielen seiner Gesundheit schädigen könnte.

Immerhin hat er als Scheintoter seine Frau durchschaut, und er erlaubt nunmehr Angelique, ihren Geliebten Cleante zu heiraten. Den Ärzten wird übel mitgespielt. Argans Bruder Beralde beruhigt den Eingebildeten durch das Possenspiel einer Doktorpromotion. (Aus: „Führer durch das Schauspiel“ von Leo Melitz)

Sonntag, 10.07.2022 – 20.00 Uhr

TMP – TYROL MUSIC PROJECT

Auf die Spezielle Mischung kommt es an! Unsere Welt wird immer kleiner und wir Menschen wachsen mehr und mehr zusammen. Das heißt nicht, dass wir unsere Eigenheiten und Traditionen aufgeben sollen – vielmehr sollten wir sie gegenüberstellen, zuhören und versuchen sie zu verstehen um ihnen etwas abgewinnen zu können. Dann kann eine ganz Spezielle Mischung entstehen. Eine Chilischote wagt den Tanz mit einem Kümmelbraten, ein Champagner trifft sich mit Limonengras in einem Sorbet und ein Krautinger zieht selbstbewusst seinen Hut vor einer Caipirinha. Wie ein Spitzenkoch versucht verschiedene Aromen zu einer Harmonie zusammenzufügen ohne deren Charaktere zu verwischen versucht TMP Klänge zu vereinen ohne deren Herkunft zu verleugnen. Natürlich will das Tyrol Music Project dabei ihre eigene Handschrift hinterlassen, durch unsere eigenen Ideen, und ihr Spiel auf ihren akustischen Instrumenten.

Dienstag, 12.07.2022 – 20.00 Uhr

MONIKA DRASCH TRIO

mit dem Programm: „Emerenz Meier – daheim in Chicago?“

Emerenz Meier (geb.1874 in Schiefweg/Passau, gest. 1928 in Chicago), die in Chicago versucht hat, ihrem Sohn sowohl die Deutsche Sprache als auch ihren Bayerischen Dialekt zu lehren, erlaubt in ihren Briefen einen Einblick in den Alltag einer Auswandererfamilie. Das sollte erhellend und vergnüglich werden! Es ist nicht nur ein historisches Interesse an der Person Emerenz Meier, das Monika Drasch zur Beschäftigung mit ihrem Werk gebracht hat. Auch sind es die Themen der Schriftstellerin Emerenz Meier, die sie immer wieder berührt, auch betroffen gemacht haben. Beeindruckend sind ihre Texte – Gedichte und Prosa -, in denen sie über die Liebe zur Heimat, das Weggehen oder einfach über die wundervolle Schwermut der Wäldler schreibt.

Mittwoch, 13.07.2022 – 20.00 Uhr

STEFAN LEONHARDSBERGER & MARTIN SCHMID

Die Leonhardsberger & Schmid Show

Sie wollen Songs, Gags und Dance Moves zu ihrem Sommerspritzer? Und ein wenig prickeln darf es auch noch? Dann sind Sie bei der „Leonhardsberger & Schmid Show“ genau richtig! Der oberösterreichische Entertainer spielt, singt und tanzt sich für Sie durch einen berauschenden Abend voller Überraschungen. Sein Augsburger Kompagnon zaubert die Musik dazu. Willkommen in der wunderbaren Welt von Leonhardsberger und Schmid.

Nach ihrem Erfolgsprogramm „Da Billi Jean is ned Bua“, das rund 60.000 ZuschauerInnen im deutschsprachigen Raum gesehen haben, und dem Kabarett-Thriller „Rauhnacht“ präsentieren Stefan Leonhardsberger und Martin Schmid im Sommer 202“ ihren neuesten Streich. In der „Leonhardsberger & Schmid Show“ laufen beide zur Höchstform auf. Während der Kabarettist und Schauspieler Leonhardsberger über die Bühne wirbelt , erobert Profimusiker Martin Schmid mit sparsamer Mimik und treffenden Nebensätzen die Herzen des Publikums. So zeichnet sich das gemeinsam mit dem Autor Paul Klambauer entwickelte Bühnenprojekt durch intensive Körperlichkeit und große emotionale Bandbreite aus. Showtime, Baby!

Über die Personen:
Stefan Leonhardsberger, aufgewachsen in Lasberg bei Freistadt, wird schon im Gymnasium mit dem Theatervirus infiziert. Nach dem Studium an der Anton-Bruckner-Universität singt er bei einem Vorsprechen am Stadttheater Ingolstadt Songs von Johnny Cash und wird vom Fleck weg engagiert. Es folgen Film- und Fernsehrollen in BR, ARD und ORF. Parallel entwickelt Leonhardsberger mit dem Autor Paul Klambauer Bühnenprogramme wie den satirischen Liederabend „Da Billi Jean is ned mei Bua“, das Bandprojekt „Stefan Leonhardsberger und die Pompfüneberer“ oder „Rauhnacht“, den schwarzhumorigen Winterthriller. Der Augsburger Martin Schmid arbeitete nach seinem Jazz-Kontrabass-Studium als Musiker, Arrangeur und Komponist in der internationalen freien Szene. Als akustischer Bühnenbildner von Stefan Leonhardsberger steht er nun schon seit einem Jahrzehnt mit diesem auf der Bühne.

Freitag, 15.07.2021 – 20.00 Uhr

GISMO GRAF TRIO

Zehn Jahre ist es nun her, seitdem Joschi Graf zusammen mit seinem Sohn Gismo Graf und dem Kontrabassisten Joel Locher auf die zündende Idee kam ein neues Trio zu gründen. Es war eine Band in der das vielversprechende Talent des jungen Gitarrenvirtuosen Gismo Graf im Vordergrund stand.

Dass aus dieser kleinen aber feinen Besetzung jedoch in kürzester Zeit eine der weltweit führenden und frischesten Gypsy Jazz Formationen überhaupt werden sollte, war zu

diesem Zeitpunkt wohl den wenigsten bewusst. Die pfiffige Idee dahinter – die Musik des legendären Jazz Gitarristen Django Reinhardts, nämlich den Swing und Jazz der 1930er und 1940er Jahren in ein zeitgenössisches Gewand zu hüllen und frisch verpackt mit einigen modernen Einflüssen in das 21. Jahrhundert zu transportieren kam bei den Zuhörern sowie der Presse ausgezeichnet an und somit ließ der Erfolg nicht lange auf sich warten.

Zahlreiche Konzerte in ganz Europa, Amerika und Asien folgten. In diesem Jahr feiert das Gismo Graf Trio sein 10jähriges Jubiläum. Grund genug, diese Zeit Revue passieren zu lassen.

Mit dem Album „A Trio’s Decade“ – bereits das fünfte der Band – wird dieses Jubiläum nicht nur gefeiert, es präsentiert auch den eigenen, modernen Stil, den Graf in dieser Zeit entwickelt hat, und wirft ein Schlaglicht auf das, was noch alles kommen könnte. Denn der immer noch erst 27-jährige Stuttgarter hat sich längst vom klassischen Hot-Jazz-Kanon emanzipiert und geht seinen ganz eigenen zeitgemäßen Weg.

Gismos drei Jahre jüngere Schwester Cheyenne begleitet das Trio wieder einmal und sorgt mit ihrer schönen und einprägsamen Stimme für eine weitere Farbe in dieser Formation.

Seit Beginn an unverändert spielt Joschi Graf die Rhythmus Gitarre und Joel Locher den Kontrabass. Die langjährige Erfahrung und das Zusammenspiel der beiden ist sowohl auf

den Aufnahmen, als auch live auf der Bühne deutlich hör- und spürbar. Neben Titeln von Django Reinhardt ist es der besondere Mix aus Pop-, Klassik- und Eigenkompositionen der den unverkennbaren Sound des Trios ausmacht.

Man darf sich zum Glück sicher sein, dass das Trio mir seinem eigenen verjüngten Gypsy Swing noch lange nicht Schluss macht und der ersten Dekade weitere aufregende und ergiebige folgen lässt.

Line Up:

Gismo Graf – solo guitar, Joschi Graf – rhythm guitar, Joel Locher – double bass.

Guest: Cheyenne Graf – vocals

Karten sind erhältlich im Vorverkauf in Sulzbach-Rosenberg bei den Buchhandlungen Volkert und Dorner und in der Tourist-Information/Kulturwerkstatt im Rathaus. in Amberg bei der AZ, im Reisebüro im Bahnhof, Sonnenklar und in der Tourist-Information am Hallplatz. Online unter www.okticket.de, www.nt-ticket.de oder www.kulturwerkstatt-online.net. Telefonische Informationen unter 09661.510 110 und 510 285.

Wichtige Veranstaltungshinweise

• Die Aufführungen im Schlosshof sind Open-Air. Ein gewisses Wetterrisiko ist deshalb zu berücksichtigen (entsprechende Kleidung, bitte keine Regenschirme, evtl. Verzögerung des Beginns und Unterbrechungen)

• Witterungsbedingtes Verlegen der Spielstätte vom Schlosshof in die Sporthalle der Krötensee-Mittelschule, wenn ein Open-Air-Spielen den Künstlern unzumutbar ist.

Tages/Abendkasse

Ab 60 Min. vor Vorstellungsbeginn

Einlass

Ab 60 Min. vor Vorstellungsbeginn

Verschiebung aus dramaturgischen und wetterbedingten Gründen sind möglich!

Parken

Parkmöglichkeiten finden Sie in der Schlossgarage am Luitpoldplatz, sowie auf dem Großparkplatz Bayreuther Straße 8, Sulzbach-Rosenberg.

Es gelten die aktuellen Hygienerichtlinien.

Vorschau August 2022:

KULTURSOMMER

06.08.2022 Birg aaf, Birg o`

07.08.2022 Bayerisches Landesjugendorchester

27.08.22 Lesung Andrea Sawatzki

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